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ABC-Analyse einfach erklärt: So priorisierst du richtig - Okeano Blog

ABC-Analyse einfach erklärt: So priorisierst du richtig

Mit Hilfe der ABC-Analyse teilst du deine Unternehmensprozesse und -bereiche in die Klassen A, B oder C, um die wichtigsten Schwerpunkte und Ressourcen zu erkennen und einzusetzen. Dies ist eine der effektivsten Methoden, den Fokus auf das Wesentliche zu legen – egal ob im Lager, im Vertrieb oder im Zeitmanagement. In diesem Beitrag erfährst du, was eine ABC-Analyse ist und wie du sie berechnen kannst inkl. konkreter Beispiele aus der Praxis.

 

Was ist eine ABC Analyse?

Die ABC-Analyse ist ein Verfahren zur Klassifizierung von Objekten (z. B. Produkte, Kunden oder Aufgaben) nach ihrer Bedeutung.

Dabei werden diese in drei Kategorien eingeteilt:

  • Klasse A: Sehr wichtig (hoher Wert, geringer Anteil)

  • Klasse B: Mittlere Bedeutung

  • Klasse C: Weniger wichtig (geringer Wert, hoher Anteil)

 

Das Grundprinzip basiert auf der sogenannten 80/20-Regel (Pareto-Prinzip):

Das Pareto-Prinzip besagt, dass ein kleiner Teil des Aufwands (ca. 20 %) den größten Teil der Ergebnisse (ca. 80 %) liefert. Die relevanten 20 % werden somit Teil der Klasse A.

Das Ziel der ABC-Analyse ist die Steigerung der Wirtschaftlichkeit durch die Fokussierung auf die wertschöpfendsten Elemente.

 

ABC Analyse: Ein einfaches Beispiel

Um das Konzept der ABC Analyse zu verdeutlichen, geben wir dir ein Beispiel:

Stell dir vor, du betreibst einen Online-Shop, der in einem gewählten Zeitraum folgende Produkte verkauft hat:

Produkt

Umsatz

Anteil

ABC-Klasse

Produkt 1

50.000 €

50 %

A

Produkt 2

30.000 €

30 %

A

Produkt 3

10.000 €

10 %

B

Produkt 4

5.000 €

5 %

C

Produkt 5

5.000 €

5 %

C

 

Aus dem Ergebnis können wir ableiten, dass:

  • Zwei Produkte alleine bereits 80 % des Umsatzes ausmachen

  • Die restlichen Produkte deutlich weniger Einfluss auf den Umsatz besitzen

Interpretation:
Du solltest dich also primär auf den Vertrieb der Produkte 1 und 2 konzentrieren, da diese Teil der Klasse A sind.

 

Wofür setzt man die ABC Analyse ein?

Die ABC-Analyse ist vielseitig einsetzbar und besonders hilfreich in folgenden Bereichen:

Lager & Logistik

  • Identifikation der wichtigsten Produkte

  • Optimierung von Lagerbeständen

  • Reduzierung von Lagerkosten

Vertrieb & Marketing

  • Analyse der profitabelsten Kunden

  • Fokus auf umsatzstarke Produkte

Zeitmanagement

  • Priorisierung von Aufgaben

  • Effizientere Arbeitsweise

 

ABC Analyse berechnen: So geht’s

Die Berechnung ist einfacher, als sie klingt. Wir brechen das kurze Beispiel von vorhin mal im Detail runter.

Stell dir erneut vor, du betreibst einen kleinen Shop mit fünf Produkten.

Dann gehst du wie folgt vor:

 

Schritt 1: Daten sammeln

Notiere alle Produkte und ihren Umsatz:

Produkt

Umsatz (€)

Produkt 1

50.000

Produkt 2

30.000

Produkt 3

10.000

Produkt 4

5.000

Produkt 5

5.000

 

 

Schritt 2: Werte sortieren

Sortiere die Produkte nach Umsatz absteigend:

Produkt

Umsatz (€)

Produkt 1

50.000

Produkt 2

30.000

Produkt 3

10.000

Produkt 4

5.000

Produkt 5

5.000

 

 

Schritt 3: Anteil berechnen

Berechne den Anteil jedes Produkts am Gesamtumsatz:

  • Gesamtumsatz = 50.000 + 30.000 + 10.000 + 5.000 + 5.000 = 100.000 €

  • Anteil 1 = 50.000 ÷ 100.000 = 50 %

  • Anteil 2 = 30.000 ÷ 100.000 = 30 %

  • Anteil 3 = 10.000 ÷ 100.000 = 10 %

  • Anteil 4 = 5.000 ÷ 100.000 = 5 %

  • Anteil 5 = 5.000 ÷ 100.000 = 5 %

 

Schritt 4: Kumulieren

Addiere die Anteile fortlaufend:

Produkt

Anteil (%)

Kumuliert (%)

Produkt 1

50

50

Produkt 2

30

80

Produkt 3

10

90

Produkt 4

5

95

Produkt 5

5

100

 

 

Schritt 5: Klassifizieren

Teile die Produkte nach ihrer Bedeutung in die Klassen A, B oder C ein:

  • Klasse A: Produkte, die ca. 60–80 % des Umsatzes ausmachen → Produkt 1 + Produkt 2 = 80 % → Produkte 1 und 2

  • Klasse B: Produkte, die ca. 10–25 % ausmachen → Produkt 3

  • Klasse C: Produkte, die ca. 5–15 % ausmachen → Produkte 4 und 5

 

Fazit: Konzentriere dich auf Produkte 1 und 2, sie bringen den größten Umsatz.

 

 

Weitere Beispiele für ABC Analysen

Kundenanalyse

  • A-Kunden: Generieren den meisten Umsatz

  • C-Kunden: Geringer Umsatz → weniger Priorität

Einkaufsmanagement

  • A-Teile: Kritisch für Produktion

  • C-Teile: Standardartikel

Aufgabenpriorisierung

  • A-Aufgaben: Höchste Wirkung

  • C-Aufgaben: Delegierbar

 

Vor- und Nachteile der ABC Analyse

Vorteile

  • Einfache Anwendung und schnelle Ergebnisse

  • Verständliche Trennungen

  • Klarer Fokus auf wichtige Faktoren

  • Universell einsetzbar

Nachteile

  • Vereinfachung kann zu Fehlinterpretationen führen

  • Keine Berücksichtigung zukünftiger Entwicklungen

  • Abhängigkeit von korrekten Daten

  • Resultierende Handlungen für die Praxis müssen individuell selbst aus der Analyse abgeleitet werden

 

Fazit

Die ABC Analyse kann als wertvolles Werkzeug genutzt werden, um Prioritäten zu setzen und damit die bestehenden Ressourcen effizienter einzusetzen. Mit Hilfe dieser Methode triffst du fundiertere Entscheidungen, die die Wirtschaftlichkeit deines Unternehmens beeinflussen. Am Ende lässt sich noch erwähnen, dass die ABC Analyse ebenfalls mit anderen Methoden (z. B. XYZ-Analyse) kombiniert werden kann. Damit lassen sich noch genauere Ergebnisse erzielen.

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