Was sind Passkeys: Die Passwort-Alternative einfach erklärt - Okeano Blog

Was sind Passkeys: Die Passwort-Alternative einfach erklärt

Autorin: Nathalie BrandkampLesezeit: 4 Min.Zuletzt geändert:

Immer öfter kommt es zu Phishing-Angriffen – egal ob im privaten oder öffentlichen Sektor. Häufig kommt dabei die Frage auf, wie man seine Online-Zugänge denn nun wirklich effizient schützen kann. In diesem Fall wird vermehrt das Thema Passkeys aufgebracht. Diese bieten im Vergleich zu klassischen Passwörtern ein deutlich höheres Sicherheitsniveau und zudem eine komfortablere Nutzererfahrung. Sie schützen wirksam vor Phishing, Passwortdiebstahl und der Wiederverwendung von Zugangsdaten. Wie genau sie funktionieren und welche Herausforderungen sie dennoch mit sich bringen könnten, erklären wir dir in diesem Beitrag.

Was ist ein Passkey?

Bei dem Begriff Passkeys wird immer häufiger von einem Ersatz für klassische Passwörter gesprochen. Denn Passkeys ermöglich ein passwortloses Anmelden auf Plattformen oder Geräten, z. B. in Form von Gesichtserkennung für die Entsperrung deines Handys. Die Erstellung eines Passkeys ist in der Regel in wenigen Schritten erledigt. Gerade deshalb wird diese Methode bei einer Vielzahl an Nutzern immer beliebter.

Beispiel: Passkeys im E-Commerce

Nehmen wir an, du möchtest einen Kauf online abschließen und wählst eine digitale Zahlungsmethode. Hierbei musst du natürlich in einem nächsten Schritt verifizieren, dass du auch Inhaber des Kontos für die Zahlungsmethode bist. In der Regel meldest du dich daher mit deinem Nutzernamen und Passwort an. Häufig folgt anschließend eine zusätzliche Sicherheitsprüfung, etwa durch einen Einmalcode oder eine Bestätigung in einer App. Erst danach kann die Zahlung freigegeben werden.

Mit einem Passkey bestätigst du deine Zahlungsmethode noch schneller. Nach der einmaligen Einrichtung kannst du deine Identität direkt über die biometrischen Funktionen deines Geräts bestätigen, beispielsweise per Fingerabdruck- oder Gesichtserkennung. Dabei werden keine Passwörter eingegeben und in vielen Fällen sind auch keine zusätzlichen Bestätigungscodes erforderlich. Die Authentifizierung erfolgt dadurch schneller, komfortabler und gleichzeitig besonders sicher.

Wie funktionieren Passkeys?

Ein Passkey besteht aus zwei Komponenten: Einem privaten sowie einem öffentlichen Schlüssel.

Der private Schlüssel wird direkt auf deinem Gerät gespeichert, während der öffentliche Schlüssel an die jeweilige Schnittstelle übermittelt wird. Dieses Schlüsselpaar wird dann abgerufen, wenn eine sogenannte „Challenge“ vom Server gestellt wird. Diese wird mithilfe des privaten Schlüssels signiert. Der Server überprüft anschließend die Signatur mit dem zuvor hinterlegten öffentlichen Schlüssel. Ist die Prüfung erfolgreich, wird der Zugriff gewährt.

Passkeys basieren auf den Standards FIDO2 und WebAuthn, die eine sichere und passwortlose Authentifizierung ermöglichen. Durch die Verwendung asymmetrischer Kryptografie bieten Passkeys einen hohen Schutz vor Phishing-Angriffen, da keine Passwörter eingegeben oder an Server übertragen werden.

Passkeys vs. Passwörter: Sind Passkeys besser als Passwörter?

Kriterium

Passkeys

Passwörter

Sicherheit

Sehr hoch durch asymmetrische Kryptografie und gerätegebundene Schlüssel

Abhängig von Passwortstärke und Nutzerverhalten

Phishing-Schutz

Sehr guter Schutz, da keine Anmeldedaten eingegeben werden

Anfällig für Phishing-Webseiten und Social Engineering

Benutzerfreundlichkeit

Einfache Anmeldung per Fingerabdruck, Gesichtserkennung oder Geräte-PIN

Passwörter müssen erstellt, gemerkt und eingegeben werden

Wiederverwendung von Zugangsdaten

Nicht möglich, da jeder Dienst ein eigenes Schlüsselpaar erhält

Häufiges Risiko durch Wiederverwendung desselben Passworts

Schutz bei Datenlecks

Öffentliche Schlüssel sind für Angreifer nicht nutzbar

Gestohlene Passwörter können missbraucht werden

Anmeldegeschwindigkeit

Sehr schnell, oft mit nur einem Klick oder biometrischer Bestätigung

Langsamer durch manuelle Eingabe

Verwaltung

Automatische Speicherung und Synchronisierung über unterstützte Geräte möglich

Oft Nutzung eines Passwort-Managers erforderlich

Geräteabhängigkeit

An ein Gerät oder ein synchronisiertes Ökosystem gebunden

Von jedem Gerät mit Kenntnis des Passworts nutzbar

Kompatibilität

Noch nicht von allen Diensten und Geräten unterstützt

Universell einsetzbar

Wiederherstellung bei Geräteverlust

Abhängig vom jeweiligen Anbieter und der Kontowiederherstellung

Passwort kann meist über E-Mail oder Sicherheitsfragen zurückgesetzt werden

Vorteile von Passkeys

  • Hohe Sicherheitsstandards aufgrund von asymmetrischer Kryptografie

  • Schnelle Anmeldung per Fingerabdruck, Gesichtserkennung oder Geräte-PIN

  • Phishing-Resistenz, da keine Passwörter eingegeben und auf Fake Login-Seite abgegriffen werden können

  • Selbst bei Angriff können die Angreifer aus dem öffentlichen Schlüssel keinen Zugriff ableiten

  • Jeder einzelne Dienst hat sein individuelles Schlüsselpaar

  • Die Nutzer müssen sich keine komplexen Passwörter merken oder verwalten

Herausforderungen in Bezug auf Passkeys

  • Nicht alle Websites, Apps und Dienste unterstützen Passkeys bereits

  • Der Zugriff ist oft an bestimmte Geräte gebunden

  • Bei Geräteverlust kann die Wiederherstellung je nach Anbieter aufwendig sein

  • Die Technologie ist für viele Nutzer noch neu und weniger vertraut als Passwörter

  • Der Wechsel zwischen verschiedenen Betriebssystemen oder älteren Geräten kann eingeschränkt sein

  • Teilweise sind zusätzliche Backup-Lösungen erforderlich

Fazit

Passkeys sind eine zukunftsweisenden Authentifizierungsmethode, welche Ihren Nutzern eine sichere und benutzerfreundliche Alternative zu klassischen Passwörtern bietet. Dabei ist es egal, ob die Nutzung bei Privatpersonen oder im Unternehmen angewandt wird – jeder Bereich profitiert von den positiven Eigenschaften der Passkeys. Besonders hervorzuheben sind ihre hohe Verschlüsselung, der damit Verbundene Schutz vor möglichen Angriffen und die gleichbleibend einfache Anwendung für den Endnutzer. Es bleibt zu erwähnen, dass sich viele Dienste noch in der Umstellungsphase befinden und Nutzer aktuell teilweise weiterhin auf Passwörter oder alternative Anmeldeverfahren angewiesen sind. Dennoch bleibt es spannend zu beobachten, wie sich Passkeys in der Zukunft weiterentwickeln werden.

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